martin gropius bau - old food by ed atkins / by Anton Schlesinger

In dem auf drei Jahre angelegten Programm „Immersion“ der Berliner Festspiele werden in regelmäßiger Folge künstlerische Arbeiten zur Aufführung und Ausstellung gebracht – als Performance oder Skulptur, Choreographie, Narrative Space oder in Zusammenarbeit mit ARTE entwickelte Virtual Reality Experience. Die Ausstellung "Old Food" des Künstlers Ed Atkins ist Teil dieses Programms. Studio Singer begleitete die Vorarbeiten zu Architektur und Akustik. Ziel der Ausstellungsarchitektur war es, die Medieninstallation im Sinne des Künstlers zu präsentieren und die akustische Situation der Räume so zu verbessern, dass das Tonmaterial im Sinne des künstlerischen Werks erfahrbar wird.

„Old Food“ ist Atkins’ bisher umfangreichste Installation und choreografiert auf Monitorwänden und Flat-Screens ein Kammerspiel, das auf dubiose Weise sentimental und historisch ungenau wirkt. Mit den Mitteln von Karikatur und Parabel beschwört es das Niemandsland nostalgischer TV-Fantasywelten herauf, deren entgleisender Eskapismus das Scheitern des Fantastischen ausgerechnet an romantischen Weltentwürfen vorführt. Anders als viele von Atkins’ vorangegangenen Arbeiten ist „Old Food“ langsam – lahmgelegt und erschöpft von der eigenen offenkundigen Oberflächlichkeit. Und doch bewegt sich „Old Food“, taumelnd gefangen in einem schwermütigen Konzert, nach innen und außen abkippend."

© Ed Atkins, “Old Food”, 2017, Installation view, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Photo: Mark Blower.
Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown’s Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels